| Firmengeschichte |
Elias Greiner Vetters Sohn
Die Geschichte der Farbglashütte Lauscha beginnt in der 2. Hälfte des 16 Jahrhunderts: Hans Greiner, der „Schwaben-Hans“ und Christoph Müller, Glas- Die Beständigkeit der Dorfglashütte brachte den Lauschaern schnell den Ruf der „Mutterglashütte“ ein. Zum einen, da sich ihr Standort über 300 Jahre lang nicht veränderte, zum anderen, weil Lauschaer Glasmacher von hier aus die Neugründung weiterer Hütten der Region betrieben. In die schwungvolle Entwicklung des Ortes Lauscha fügt sich nahtlos die Geschichte der im Jahre 1820 gegründeten Firma „Elias Greiner Vetters Sohn“ und ihrer Glashütte, der „Seppenhütte“ ein. Das Fortbestehen der Glasproduktion ist wohl der großen Schöpferkraft dieser Familie zu verdanken. Die Erfindung der Glasmärbel
Im April 1894 ging die ausschließlich aus Holz gebaute Hütte in Flammen auf. Offensichtlich verfügte die Firma jedoch in jener Zeit über eine derart solide Basis, dass auch die größten Rückschläge abgefangen und sogar als Motor für die Weiterentwicklung genutzt werden konnte. Und daher gelang es, bereits ein halbes Jahr später, am 10. Januar 1895 – auf den Tag genau 300 Jahre nach der Einweihung der ersten Lauschaer Glashütte – die neu erbaute, massive Hütte in Betrieb zu nehmen.
Die Hütte übernahm die in der Heimindustrie hergestellten Glaswaren und gliederte ein Verlagsgeschäft an. Damit waren die kommerziellen Vorausset- Die Zeit der Weltkriege Infolge des 2. Weltkrieges waren viele Fachkräfte, vor allem aus dem schlesischen Raum, in die thüringische Region gekommen. Bald unterstützen diese die Produktion der Hütte und ihnen war es auch zu verdanken, dass in Lauscha hervorragende Hohlglasmacher ausgebildet werden konnten, die der Hütte eine neue Richtung wiesen. In den 50er Jahren entwickelte sich die Hütte fachlich und geschäftlich äußerst positiv, blieb aber von den politischen Gegebenheit in der DDR nicht unbeeinflusst. Die Fa. Elias Greiner Vetters Sohn passte sich dem Lauf der Geschichte an und so kam es, dass 1959 die Hütte staatliche Beteiligung aufnahm. Die Farbglashütte zu DDR-Zeiten Einen großen Anteil des Lieferprogramms bildeten die Spezialglasröhren für die Herstellung von künstlichen Menschen-, Tier und Puppenaugen. Im Jahr 1980 wurden in der gesamten DDR so genannte „wirtschaftsorganisatorische Maßnah-men“ durchgeführt. Großbetriebe und Kombinate sollten die materielle Basis des Staates stärken. In der Südthüringer Region entstand aus 5 VEB der VEB Glaskunst Lauscha/Thüringen. Das Herzstück dieses Betriebes bildete die Farbglashütte Lauscha, die Personalstärke belief sich auf rund 780 Beschäftigte. Der Erfolg, den das Unternehmen vor allem im Ausland zu verzeichnen hatte war groß und begründete sich vor allem durch ein einzigartiges Preisleistungs- Die Farbglashütte heute Ein Glücksgriff für die Lauschaer Glasmacher, denn das neue Konzept sah nicht nur die Erhaltung der Arbeitsplätze sondern auch notwendige Investitionen in die technische Ausstattung der Hütte vor. Das äußere Erscheinungsbild der Hütte änderte sich in den folgenden Jahren gravierende und gab dem „Herzen von Lauscha“ ein neues Antlitz. Es kam zu fundamentalen Umgestaltungen im Bereich Verkauf, ein neues Restaurant wurde eingeweiht. Ein völlig neues Arbeitsgefühl entstand für die Glasmacher im Januar 1996, als man erstmals für Touristen Führungen durch die Hütte anbot. Seitdem sind die Hüttenbesichtigungen aus dem Alltag der Farbglashütte nicht mehr wegzudenken. Am 9.9.1999 eröffnete die Farbglashütte eine eigene „Erlebniswelt“ aus multimedialem Rundgang, Verkaufsräumen und Restaurant. „Wo das Glas das Licht der Welt erblickt“ - unter diesem Motto konnten Besucher der Farbglashütte in Lauscha von 1999 bis 2005 einen Blick hinter die Kulissen der traditionellen Lauschaer Glasmacherkunst werfen. Zehntausende von Individual- und Bustouristen zeigten sich begeistert vom Hüttenrundgang. Im Jahr 2006 erfolgte ein kompletter Relaunch des touristischen Bereiches der Farbglashütte. 17 Handwerksfirmen, hauptsächlich aus der Region rund um Lauscha stammend, gestalteten in nur zwei Monaten von Februar bis Ende März 2006 bei laufendem Betrieb den Besucherbereich der Farbglashütte komplett um. Unter dem Titel „Dem Glas auf der Spur“ entstand ein neuer, spektakulärer Besucher-Rundgang, der sich seit seiner Eröffnung im April 2006 zu einem Besuchermagnet in Südthüringen entwickelt hat. |


Im September 1853 war diese Hütte, die heutige Farbglashütte, erbaut. Sie verfügte zuerst über 4 Häfen, später wurde sie auf 10 Häfen erweitert, nachdem die Konzession auch auf die Produktion farbiger Röhren und Stäbe erweitert wurde. Ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung war 1868 die Erfindung von Kryolithglas. Dieses bildet die Grundlage für Menschenau-
Das Produktionsprogramm hatte sich im Laufe der Jahrzehnte jedoch geändert. Während Flaschen und Behältnisse für Arzneimittel, buntes Luxusglas und Kunstartikel aus der Produktpalette ausschieden, verstärkte man die Produktion von Glasmärbeln und Röhren/Stäben. Der Hauptgrund dieser Umstellung lag in der inzwischen in Lauscha und Umgebung entstandenen Heimindustrie. Dort wurden die in der Hütte gezogenen Röhren und Stäbe vor der Gebläselampe zu Perlen, Christbaumschmuck und Kunstglasbläserartikeln verarbeitet.
Dies war der Beginn eines neuen Abschnitts in der Geschichte der „Seppenhütte“. Im April 1972 ging der Betrieb infolge der politischen und wirtschaftlichen Restriktionen in Volkseigentum über und wurde unter der Bezeichnung „Volkseigener Betreib (VEB) Farbglaswerk Lauscha“ geführt. Es wurde entschieden, die alte Hütte abzureißen und an ihrer Stelle eine neue, modernere Farbglasproduktion zu errichten. Das Produktionsprofil war weiterhin von Röhren und Stäben aber auch von freigeformten Hüttenglas bestimmt. Aber auch fertiges Wirtschafts-, Beleuchtungs- und glas für die weiterverarbeitende Industrie gehörte nunmehr zum Angebot.
Die Deutsche Wiedervereinigung hatte gravierende Auswirkungen auf die Hütte. Der Großbetrieb VEB Glaskunst Lauscha zerfiel wieder in eine Reihe kleiner, eigenständiger Unternehmen. Die Farbglashütte wurde ein Unternehmen der Treuhandniederlassung Suhl. Die Bemühungen der Treuhand waren in den frühen Neunziger Jahren darauf gerichtet, die Hütte schnellstmöglich zu privatisieren. Eine erste Privatisierung schlug fehl und die Hütte stand kurz vor dem Konkurs. Eine Jahrhunderte alte Tradition schien zu Ende zu gehen. Die Entscheidung, dass der Hildesheimer Unternehmer Gerhard Bürger die Hütte übernehmen würde, fiel im Mai 1995.